Back to Top

Ein junger Redakteur des Schwarzwälder Boten, Jonas Huber, hat mich zur Arbeit mit meinen Teilnehmern in Corona-Zeiten und zum Thema Humor interviewt. Unter dem Bild lesen wir: "Im Sommer 2019 konnte Gilmore noch mit seiner Jahresgruppe auf dem Freudenstädter Marktplatz unter freiem Himmel spielen – jetzt steigt er auf den digitalen Raum um" hier das Interview:


"LoßburIMG 9061g. David Gilmore wurde 1949 in Ostlondon als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er arbeitete von 1983 bis 1999 als „Clown und Narr“ in der Psychiatrie in Freudenstadt. Er wohnt mittlerweile 
in Loßburg. Als Clown, Regisseur, Buchautor, Theaterpädagoge und Theatertherapeut ist er seitdem im ganzen deutschsprachigen Raum mit Humor unterwegs und hält heute eine Bandbreite von Seminaren ab – vom Clownspiel und Regie bis Visionsseminare und Coachings."

Was ist für Sie ein Clown und was ein Narr und worin liegt dabei der Unterschied?

Ein Clown ist jemand, für den oder für die Lebensfreude, Lebendigkeit und Spiel höchste Priorität haben. Er fühlt sich wohl, wenn Menschen miteinander lachen, einander wertschätzen und sowohl die eigene Komik als auch das Komische im Leben sehen. Für einen Narren ist all das auch wichtig, nur zeichnet ihn die Liebe zur Wahrhaftigkeit aus. Er fühlt sich wohl, wenn Menschen stimmig sind. Deswegen fällt es ihm besonders auf, wenn dies nicht der Fall ist, wenn Menschen das eine sagen und das andere tun. Bei ihm ist oft die Frage: Wer lacht hier überhaupt?

 

Auf Ihrer Webseite sprechen Sie die sogenannte »Nullfähigkeit« an. Was bedeutet das, können Sie das in eigenen Worten erklären?

Damit ist umschrieben, was mit »Null« gemeint ist. Ob Lebensfreude oder Wahrhaftigkeit: Es geht um ein Grundbedürfnis von uns allen – Freiraum und Spielraum. Einerseits brauchen wir beide, um uns wirklich unseres Lebens zu freuen, andererseits helfen uns Spiel und Witz wiederum, wieder lachen zu können, falls uns das Lachen vergangen ist. Ich spreche deswegen von »Null«, weil sie auf einen Zustand hinweist, in dem wir gelöst sind. In diesem Zustand sind wir, wenn wir lachen. Für einen Augenblick ist uns dann vieles nicht mehr wichtig, was wir sonst so ernst nehmen. Das ist für einen Clown und einen Narren der wahre Grundzustand des Menschen.

 

Wie kamen Sie persönlich zum Clown-Dasein und wo haben Sie gelernt, was Sie können?

 

Einmal habe ich das, was ich gerade beschrieben habe, selbst gebraucht. Als Kind habe ich früh aus eigener Not danach gesucht, wie ich mich dauerhaft freuen kann und mich lösen kann. In dem Zusammenhang steht mein »Narrensprung« 1972 nach Deutschland (Westberlin), um meinen Humor zu finden. Danach gab es weitere »Sprünge«, nach Tübingen, nach San Francisco, nach Freudenstadt und jedes Mal ging es um weitere »Lernsprünge«, sowohl für mich persönlich als auch um das Handwerk des Clownspiels und der Improvisation zu erlernen. Gerade in San Francisco konnte ich die ersten Kurse in dieser Richtung, die ich in Deutschland schon absolviert hatte, vertiefen. Ich konnte auch meine persönliche Entwicklung dort weiter fortsetzen: Den Kontakt zur Radikale-Psychiatrie-Bewegung unter Dr. med. Claude Steiner, dessen Vertreter ich in Berlin schon bei einem Workshop im Kommunikationszentrum Friedenau (»Kommrum« – dort war ich 1978 Mitbegründer) kennen und schätzen gelernt hatte. Ich habe 1983 Johannes Galli als Clown in Tübingen kennen gelernt und blieb bis 1987 bei ihm. Seit 1983 und auch schon davor habe ich persönliche Entwicklung und Therapie immer mit kreativen Fähigkeiten verbunden, mit der Betonung auf Humor und Komik. 

 

Haben Sie einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Vorgehensweise?

 

Sicherlich hat sich mein Stil aus der Verbindung von Clowntechniken, Tanztheater und der Haltung des Narren sowie von Erkenntnissen und Werkzeugen aus der systemischen Gestalt- und Körpertherapie entwickelt. Ich habe sowohl auf der Bühne mit eigenen Stücken gestanden als auch Menschen in ihrer spielerischen Entwicklung begleitet. Heute liegt die Betonung bei mir eher darauf. Mein Stil bleibt nach wie vor immer erlebnis- und prozessorientiert. Gleichzeitig vermittle ich Handwerkzeug. Darauf basieren die Ergebnisse, die sich sowohl in Auftritten als auch in persönlichen Lebensschritten münden.

 

Was ist Ihr persönliches Ziel als Clown?

 

Zu mir kommen Menschen, die mehr vom Leben suchen: Mehr Humor, mehr Leichtigkeit und Spielraum für Veränderungen. Wem ein vertrauensvoller Freiraum fehlt, wo jemand sich unterstützt ermutigt fühlt, bei allem Ernst die Komik zu sehen, biete ich im Clownspiel einen Weg, gelöst und gestärkt zu handeln, im Alltag wie auf der Bühne.

 

Wie schätzen Sie die Bedeutung von Humor im Alltag ein?

 

Sie können sich vorstellen, dass es gerade mir bei meiner Geschichte und Lebensweg wichtig ist, dass die Lehren und Fähigkeiten, ein Clown zu sein, für den Alltag entscheidend sind. Wir brauchen den inneren Freiraum, um unseren äußeren Raum entsprechend zu gestalten. 

 

Können Sie als Clown Alltagsproblemen immer mit Humor begegnen?

 

Viele Menschen versuchen, Problemen des Alltags mit ihrer Form des Humors zu begegnen, möglicherweise alle. Welche Form des Humors worüber sie lachen und was sie wie komisch finden, unterscheidet sich enorm. Es gibt nicht nur eine Form des Humors. Es gibt zwar nichts, was an sich komisch ist, aber auch nichts, worüber man nicht lachen könnte. Unser Umgang mit uns, mit anderen und mit den sonstigen Umständen des Lebens hängt auch davon ab, was wir ernst nehmen und auch wie ernst wir etwas nehmen. Es ist entscheidend, uns sowohl ernst zu nehmen als auch uns nicht ernst zu nehmen. Es ist wichtig, andere ernst zu nehmen und gleichzeitig zu merken, womit manche ernsthaft einer Täuschung erliegen. Wie wir sowohl Ernst als auch Komik definieren, bestimmt unsere Art von Humor. Grundsätzlich gilt für mich, dem Leben verpflichtet zu sein, wie Albert Schweizer es mal ausdrückte. So geht es mir in erster Linie um einen Humor, der uns löst und Spielraum schafft, – nicht um Zynismus, Sarkasmus oder auch Ironie, wenn sie unsere Sichtweise und unseren Spielraum einengen – auch wenn es manchmal Spaß macht und manchmal angezeigt ist, das Leben so zu betrachten.

 

Wie sieht Ihre Arbeit in Corona-Zeiten aus? Wenn Sie mit Online-Seminaren arbeiten: Was unterscheidet die Arbeit online von der in Präsenz-Seminaren?

 

Corona hat mich, wie viele andere, auf die Probe gestellt – ich durfte ja keine PräsenzSeminare geben. Ich musste den Kontakt zu meinen Jahresgruppen aufrecht erhalten, sodass die Teilnehmer nicht verzweifeln. Ich fing an, endlich das zu machen, was ich lange vorhatte: Einen Youtube-Kanal einzurichten, wo Interviews und Informationen von mir stehen, um aufzutreten und Auftritte und Lehreinheiten weiter entwickeln kann, wodurch ich doch mehr Freiraum habe. Ich fing an, ein Studio bei mir zu Hause aufzubauen, die Technik zu beschaffen und zu lernen, damit umzugehen. Im Dezember habe ich meine neue Jahresgruppe online abgehalten und ausgefallene Seminare online veranstaltet. Ich lerne, wie diese genauso erlebnis- und prozessorientiert sein können, wie meine Seminare sonst verlaufen.

 

Wie hat sich die Nachfrage nach Ihren Angeboten in Corona-Zeiten verändert?

 

Gerade im Sommer hatte ich 30 Anmeldungen für das Clowncamp am Wusterwitzer See in Brandenburg. Zu dem Zeitpunkt habe ich Kurse noch mit Maske durchführen dürfen. Wir waren auch bei dem schönen Wetter fast nur draußen und konnten die Abstandsregeln gut einhalten. Alle haben ein großes Bedürfnis danach, zusammen zu sein und zusammen zu spielen und erleben. Das würden wir alle vorziehen. Was online-Kurse betrifft: Viele Menschen haben noch vor der Technik Angst. Sie bezweifeln oft auch, ob ein Online-Angebot überhaupt Spaß machen kann bzw. was bringt, wenn die Teilnehmer*innen nicht „wirklich“ zusammen sind.  Kürzlich habe ich über die Clownschule in Hannover (TUT) eins meiner Seminare: »Creative Vision – Das Ziel ist im Weg« übers Internet angeboten. Es waren erst acht Anmeldungen da, viel weniger als sonst für dieses Seminar. Drei Tage bevor Niedersachsen Präsenz-Seminare untersagte, schlug ich vor, das Seminar online anzubieten. Daraufhin sagten fünf Teilnehmer ab. In den folgenden Tagen meldeten sich aber insgesamt sieben Leute an. Und im letzten Moment auch noch jemand  Es waren am Ende doch elf Teilnehmer*innen insgesamt. Das Seminar lief prächtig, auch das Zusammenspiel.

 

Wie wichtig sind Lachen und Humor in Zeiten wie diesen und warum können Clowns gerade jetzt besonders gebraucht werden? 

 

Es hilft immer, wenn wir lachen können. Niemand braucht mehr daran zu zweifeln, dass Lachen gesund ist. Das wusste man eigentlich vor den wissenschaftlichen Untersuchungen auch schon. Corona bietet noch eine Herausforderung mehr: Wie wir mit uns und anderen Menschen umgehen und wie wir verantwortungsvoll handeln, auch wenn wir die Schnauze voll haben oder verzweifelt sind. Schon vorher stand die Frage im Raum, wie mit Frust, Ärger und Angst umgehen und wie  Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Clownspiel fördert eine hohe Selbstwahrnehmung wie auch eine Verantwortung für die eigenen Gefühle und setzt sie spielerisch um. Ein Clown weiß nicht vorher, was aus seinem Spiel wird. Wenn er von einer Grundannahme oder von Konzepten ausgeht, hört der Spaß ziemlich schnell auf. Er vertraut darauf, dass er lebendig und froh bleibt, wenn er das Leben und alle Umstände umarmt, anstatt in allem, was er nicht mag, einen Gegner zu sehen, den er bekämpfen muss. Ein Clown vertraut auf die Lebenslust und auf den Lebenswitz"

 

Die Fragen stellte Jonas Huber. Im Original nach Paywall im Schwarzwälder Boten zu lesen.

Montag, 21 Dezember 2020 11:20

Im Einklang mit unserer Natur

„Glückselig also ist ein Leben, welches mit seiner Natur im Einklang steht“ (Lucius Annaeus Seneca). Eine Weihnachtsbotschaft? "Auch im Sturm bleibt der Baum standhaft und sich treu": Ein Motto fürs Leben, nicht nur für Zeit zwischen den Jahren - die Zeit des Narren.

IMG20201224081231 KLIch nehme die „Zwischenzeit“ als meine Gelegenheit wahr, meine besten Wünsche für das kommende Jahr an alle zu senden, die ich durch die Kraft des Lachens kennen gelernt habe. Die Zwischenzeit ist in vielen Traditionen die Zeit des Narren. Der Raum dazwischen erlaubt eine andere Perspektive auf sich und die Welt.

Danke an die, die mich über lange Jahre unterstützt und ermutigt haben und die sich immer wieder mal melden.

Eure anerkennende Rückmeldungen sind mir eine willkommene Bestärkung. Es ist für mich schön zu erfahren, wie manchmal eine einzige Begegnung immer noch für das eigene Leben einen wesentlichen Impuls gab.

Danke an die, die ich dieses Jahr kennen lernen durfte. Ich freue mich immer wieder, so unterschiedliche Menschen und ihre Welten zu erleben. Auch bedanke ich mich dafür, dass Ihr die Maßnahmen mitgetragen habt, ohne die wir uns nicht hätten treffen können. Trotz dieser Einschränkungen war es mit Eurer Mithilfe möglich, unseren Humor miteinander zu stärken und eigene Wege für die eigene Entwicklung zu finden - auch mit dem Virus.

Danke auch an alle Veranstalter, für die dies natürlich genauso gilt. Ihr musstet mit ganz schön vielen Bestimmungen und Einschränkungen zurecht kommen, die auch Eurer Existenz in Frage gestellt haben.

Dieses Jahr ist für uns alle gesundheitlich eine Herausforderung gewesen. Unsere familiären und persönlichen Beziehungen zu pflegen und manchmal überhaupt noch möglich zu machen, erfordert viel Kraft, körperlich wie emotional. Es hat unsere Wahrnehmung für das uns Wesentliche geschärft. Vielen hat es deutlich gemacht, wie wir aufeinander angewiesen sind, wie wir uns brauchen - ob wir uns kennen oder nicht. Eine solche Krise, wie jede Krise, zeigt auf, was uns verbindet. Bedauerlicherweise trennt uns auch Vieles.

Mein Bestreben ist es, unseren Humor zu stärken. Das heißt nicht allein, dafür zu sorgen, dass wir mehr lachen.

Humor heißt für mich Lebendigkeit, Ausdruck, Beziehung, Menschlichkeit, Spielraum. Diese Grundfähigkeiten und Bedürfnisse sind zentral dazu, Mensch zu bleiben, wie wir dies auch von anderen wünschen. So finden wir immer wieder die Freiräume, welche Spiel, Witz und kreatives Handeln ermöglichen. Menschen wollen sich verbinden, hoffen und freuen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch mehr Humor, mehr Narrsein, nicht nur im kommenden Jahr. Anders ausgedrückt: „Liebe Deinen Esel wie Dich selbst“.

Das Ergebnis einer Wahl: Menschen, die sich freuen, weil sie sich frei fühlen; die lächeln, weil sie wieder Hoffnung schöpfen; die feiern, weil sie wieder frei atmen können. Für diejenigen, die vier Jahre lang sich besonders gegängelt gefühlt haben, öffnet sich das Herz.

Buddha20200808 135419 KLAuf der anderen Seite: Menschen, die sich ärgern, weil sie verloren haben; die das Ergebnis leugnen, weil er "falsch" sein muss; die Gründe finden, wie der Ausgang einfach nicht sein kann. Diejenigen, die vier Jahre lang meinten, endlich allein das Sagen zu haben, nach Jahren des Gefühls ignoriert worden zu sein, fühlen sich jetzt beraubt und suchen daher nach den "Dieben".

Kann es sein, dass gerade diese Haltung der Stoff ist, aus dem "Verschwörungstheorien" entstehen? Das sind wohl Versuche, die Komplexität der Welt und auch das empfundene Unrecht auf einfache Beweggründe zurückzuführen und daraus zu folgern, dass alle wohl insgeheim zusammenarbeiten, die mir mein Glück nehmen, obwohl es auf der Oberfläche nicht so aussieht. Das muss ein Trick sein. Das muss so sein, wenn im Endergebnis immer eins feststeht: "Am Ende bin ich der Gelackmeierte".

Die Freude der Befreiung hält trotzdem wohl weniger lang an als das Gefühl, betrogen worden zu sein, ungerecht behandelt worden zu sein, immer den kürzeren zu ziehen. Dieses Gefühl kann lange - sehr lange - anhalten. Das eben erzielte Wahlergebnis ist auch eine Folge des Gefühls, dass das Recht der Gewinner nicht nur vorher auf wackeligen Füssen stand, sondern gerade von denen in Frage gestellt worden ist, die vor vier Jahren sich freuten und heute überall Betrug wittern.

Was sie eint, ist das Leugnen dessen, was für die anderen Tatsache ist. Meine Frau sagt ja immer: "Ich mag nicht immer recht haben, aber irren tue ich mich nie."
("I may not always be right, but I`m never wrong"). Womit sie wohl recht hat. Was ich nicht wusste: Sie zitiert dabei - ohne es zu wissen - den amerikanischen Filmproduzenten Samuel Goldwyn (von den Filmstudios: United Artists und MGM). Und er war wohl in seinem Bereich ein kleiner Diktator.

Um so etwas behaupten zu können, muss man viel Selbstvertrauen mitbringen und den Anspruch haben, durchzublicken, wo andere keine Ahnung haben. Das hatte ich eigentlich nie. Ich wollte immer die andere Seite verstehen und das schwächte ständig meine Position. Ich fühlte mich oft zwischen zwei Stühlen. Zwischen streitenden Parteien wollte ich immer der Unparteiische sein und darauf hinweisen, wie eigentlich in gewisser Weise beide recht haben bzw. das Recht auf ihre Position, auf ihre unterschiedliche Sichtweise - einfach weil sie sich unterscheiden. Man müsste die Position des Anderen verstehen.

Es sei denn: Ich habe recht. Dann hört der Spaß natürlich auf.

Was all meine Angebote miteinander gemeinsam haben, ist der Wunsch, Humor als eine menschliche Fähigkeit zu vermitteln, die zentral zu unserer geistigen und seelischen Gesundheit ist. Er ist zentral zu unserem generellen Wohlbefinden. Er lehrt, wie mit unserer inneren und äußeren Realität umzugehen. Das ist ein Grundbedürfnis von uns allen.

Die ersten zehn Tage im Oktober waren wieder Reisetage. Jeweils 12 Teilnehmer*Innen zeigten sich bereit, in Dresden, Wien und Hannover den Spielraum des Clowns kennen zu lernen bzw. Weg zu finden, ihn in ihren persönlichen und beruflichen Alltag zu integrieren.

022GilmoreIch bin selbst froh, seit Juni wieder arbeiten zu dürfen. Teilnehmer*Innen sind nicht minder froh. In Dresden gerade bot ich bei der Ev. Erwachsenenbildung Sachsen wie jedes Jahr einen Erlebnisabend an und im Anschluss ein Wochenendseminar zum Thema: Der eigene Clown – Humor und die Kraft des Lachens. In Wien gab es die Fortbildung „Gelöst lösen“ (bei pro mente Akademie). In der Clownschule TUT, Hannover gab es den letzten Teil der Fortbildung: „Humor und Gesundheit – Die Kraft des Lachens“.

In allen Seminaren bildet die Übereinstimmung von Körper, Gefühl und Stimme die Grundlage, dann folgt „Angleichen“, „Aktion/Reaktion“, „die drei Grundgegensätze“, das „Umarmen des Esels“ und die Entstehung der Komik des Clowns durch die Grundfähigkeiten der Reduktion und Verstärkung („100%/360°“). Es geht um die Fähigkeit, den Ernst zu "umarmen" und für Freude und Lebendigkeit zu stehen. Zentral ist der Umgang mit der roten Nase als Werkzeug und die Fähigkeit, ins Spiel ein- und wieder aus zu steigen.

Am Anfang . Diese Übungen lassen sich genauso gut auf den Alltag anwenden wie auf die Entwicklung einer Clownfigur oder die Erweiterung des eigenen Humors. Es geht erst einmal darum, den eigenen Spielraum zu entdecken und nach und nach wie wir Persönliches in Spielmaterial umwandeln.

Auch in den Fortbildung wie in Wien geht es darum, Spielraum im beruflichen Alltag – hier im sozial-psychiatrisch-pflegerischen Bereich - mehr Raum für sich im Umgang miteinander und mit Bewohnern/Patienten/Klienten zu schaffen. Es geht einmal um die eigenen spielerischen Fähigkeiten und den eigenen Humor, um den Humor mit Klient-, Patient- und Bewohner*innen und um den Humor in den jeweiligen Organisationen. Dies findet sich wieder in einem von mir entwickelten „Humorkompass“, der dem Verständnis aller praktischen Übungen dient, besonders im beruflichen Bereich. Humor ist ja schon komplex, selbst wenn Komik, Lachen und Leichtigkeit so offensichtlich und selbstverständlich erscheinen. Alle lachen doch gerne, oder.

Gute Stimmung, viel Leichtigkeit und viele Anregungen zum Mitnehmen und Besinnen.... Ich freue mich auch jedesmal.


Montag, 21 September 2020 12:13

In Andenken an Dieter Bartels

Letzte Woche während meiner Reise erfuhr ich vom plötzlichen Tode eines maßgeblichen Mitglieds des TUT (Schule für Tanz, Clown und Theater) in Hannover, von dem ich gerade kam - Dieter Bartels. Ich trauere um den Verlust seines fröhlichen und ermutigenden Wesens.

Dieter BartelsEr war eine Seele von einem Menschen, der viele nicht nur in ihrem Werden zum Clownspiel begleitete, sondern sie auch seelisch bestärkte. Ich traf ihn nur hin und wieder im Büro, mal zwischen Tür und Angel. Er nahm immer gerne Zeit und es war immer eine Freude, mich bei ihm zu entspannen und Fröhlichkeiten auszutauschen. Seine Fröhlichkeit gründete auch auf einem Ernst - nachdenklich und lebensfroh. Er war ein echter Mensch.

Es tut mir leid, ihn betrauern zu müssen. Ich habe mir erlaubt, dieses schöne Foto von ihm von der TUT-Webseite Euch zu zeigen. Mag er immer in unserer guten Erinnerung bleiben, auf dass er weiter in unserem Leben wirkt.

Montag, 21 September 2020 11:06

Humor im Ernst unterwegs

Sitze in der Südstadt in Köln und genieße die Grossstadtatmosphäre. Bereite mich innerlich auf die kommende Fortbildung: "Humor ist mein Ernst" (Bildungsurlaub bei LiWe.V.) vor, auf die neuen Menschen, auf ihre Lust am Spiel. Wie gibt es im Alltag den Raum für Humor? Auch im Berufsalltag lachen und gelöst sein?

Frühstück in der GroßstadtDie Joseph-Straße in der Südstadt in Köln war letzte Woche mein Arbeitsplatz. Hier startet der Kölner Karneval. Ich fühle mich hier heimisch, auch wenn ich nicht hier zu Hause bin. Die Woche war intensiv, berührend, humorvoll und teifgehend. Ich glaube, dass alle persönliche, passende Anregungen für sich in ihrem Alltag bekommen haben.

Ich bin dann im Anschluß an dieses Seminar am Freitagnachmittag gleich weiter nach Aschaffenburg gefahren. Dort im Märchentheater in der Steingasse bei Hilde Stapf biete ich schon seit langem regelmäßig Wochenendkurse an. Sie wiederum hat vor genau 15 Jahren den Sprung gewagt, mitten in der A`burger Altstadt ein Theater zu gründen, in dem sie selbst mit ihrem damaligen Partner und anderen Mitgliedern in der Hauptsache für Kinder spielt.

Ich bot ein Seminar an, das ich gerade neu entwickele: "Gelöst und ermutigt im Alltag - das Feuer wieder wecken!" Hier geht es darum, mit bekannten Begrenzungen umzugehen und das innere Feuer wieder anzufachen. Schräg gegenüber eingebettet zwischen den Pflastersteinen Stolpersteine, die an die Zeit erinnern, in der Angst sich mit Macht zusammen tat und millionenfach Unheil und Mord beging. Ich kann nicht anders, als die Ermordeten an diesem jüdischen Neujahrstag betrauern und sich mit ihnen verbunden fühlen. Das entfacht mein Feuer und das Mitgefühl in mir. Ob sie verstehen würden, dass ich hier lebe, arbeite, lache und mich wohl fühle...?

Stolpersteine in Aburg

Hilde zeigt mir im Anschluß an das Seminar, dass das Rabbinat gerade um die Ecke befindet. Dort stand bis 1938 die Synagoge und der ganze Platz ist ein Andenken an die Taten von damals...

Sie erzählt mir auch, dass Ihr Vater - vom Beruf Schreiner - nach dem Krieg genau die Möbelstücke wieder zusammenbaute und nach Amerika an die Familien schickte, die er bei der deren Enteignung auseinander baute und für sie verstaute. Ein Beispiel für den Mut, der immer wieder Hoffnung gibt.

Dienstag, 25 August 2020 11:29

Spielräume auf Reisen

Eine reisefreudige und erlebnisreiche Zeit: Clowncamp in Wusterwitz, Fortbildungen in Hannover und Südtirol, Spielertraining in Luzern und jetzt wieder die zweite Jahresgruppe in Freudenstadt....  Spielräume schaffen, Raüme für Humor und Spiellust öffnen.

Es ist ein noch warmer Sommerabend. Ein schwarzer Vorhang als Hintergrund und zwei Stühle als Begrenzung: Die Abendbühne ist eröffnet. Das Publikum sitzt, redet aufgeregt miteinander über den gerade erlebten Tag, über die Hitze, über den See, über das Spiel am Morgen.... Auch Vertreter der Gemeinschaft Aloha sammeln sich. Sie haben erlebt, wie die Gruppe immer lebendiger, freudiger und gelöster wird, wie sie den Platz ganz übernimmt und belebt. Und der Platz wunderschön an einem kleinen See gelegen, mit den beiden Storchpaaren auf benachbarten Kaminen, wird morgens Zeuge von angeleitetem Clownspiel, Zusammenspiel, Tanz und Lebensfreude. Immer mit roter Nase, mit Gesichtsvisieren und manchmal mit Hilfe von bunten Spielseilen, um Kontakt über die nötige Distanz herzustellen.

IMG20200803192639 KL WusterwitzDen Auftritt leite ich jeden Abend an. Ich baue die improvisierten Clown- und Theaterübungen auf die Erfahrungen des Vormittags auf. Die Kinder (6J bis 11J) sind heute Abend auch wieder dabei. Sie spielen jeden Abend mit. Vormittags bekommen sie eine eigene Betreuung durch Claudia und Sabine. Besonders gefällt Ihnen das Spiel mit den "Cafés", die ihnen auf einfache Weise erlaubt mit den Erwachsenen mitzuspielen. Auch den Erwachsenen gefällt dieses Spiel, die eine witzige Szene dadurch schafft, dass zu dritt alle als Gast oder Bedienung (wie`s kommt) deswegen in dieses Café kommen, um so sein zu können, wie sie sein wollen. Ob ärgerlich, ob wohlwollend, ob ängstlich, ob alleinbestimmend, ob leidend, ob hilfreich: Sie fühlen sich wohl, so zu sein. Das übt, eine Eigenschaft durchzuhalten und zeigt auch, wie Komik entsteht - nicht dadurch, dass man "witzig" sein will, sondern indem man ernsthaft etwas vertritt, was schon in der Steigerung oder Verstärkung zum Lachen reizt und Heiterkeit auslöst.

Es geht immer dabei darum, Spielraum zu schaffen. Ob bei der Fortbildung Humor und Gesundheit in der Clownschule in Hannover, ob für LehrerInnen der Mittel- und Oberschule im Südtirol beim Bildungszentrum Kloster Neustift (meine erste Auslandsfahrt seit langem), ob beim Spielertraining in Luzern (Theaterpavillon) und dann gerade bei der Intensivwoche der zweiten Jahresgruppe im Kurhaus Freudenstadt, immer geht es um den eigenen Spielraum und die Voraussetzuungen dafür. Die meiste Zeit bei heißen Temperaturen!

Gerade gehören auch Social Distancing, Masken, Gesichtsvisiere und Spielseile (2m) dazu, um einen sicheren Spielraum zu schaffen. Wir sind allel froh, auf diese Weise den sicheren Rahmen dafür zu schaffen, dass wir Raum schaffen für das, was unserem Humor zugrunde liegt: Spielraum, über den wir verfügen und mit anderen teilen können. So konnten wir spielen und lachen miteinander und dabei genießen und lernen... Eine gute Zeit.

Mit Hilfe des Corona-Virus ist die Zeit seit dem 18. Juni sehr dicht geworden. Nach zehn Wochen zu Hause mussten viele wichtige Seminartermine verschoben werden. Ein Glück, dass es möglich war. Fortbildungen und Seminare konnten stattfinden und die Jahresgruppen weitergeführt. Die Jahresgruppe 1 konnte gar an diesem Wochenende erfolgreich zu Ende gebracht werden.

Samstagabend fand die Werkstattaufführung der ersten Jahresgruppe im Hotel Teuchelwald in Freudenstadt statt. Wir hatten gerade 11 Zuschauerinnen - alle außer einer Frau, die mich über die Klinikclowns in Böblingen kennt und gerade zufälligerweise im Hotel war. Sonst waren Familiemitglieder, Freunde und Freundinnen, erwachsene Kinder und deren Freunde und Freundinnen, dabei - so wie immer. Wegen des Virus hatten wir die Anzahl der Gäste begrenzt. Sie begrenzten sich von selbst, denn die TeilnehmerInnen kommen von weiter weg und es gab mehr Gründe als sonst nicht nach Freudenstadt zu reisen.

Jahresgruppe 1 Abschluss 2020 KLDieser Werkstattauftritt ist der "Narrensprung" am Ende eines Prozesses, der von Anfang November bis Ende Juli gebraucht hatte. März bis Mitte Juni hatten wir - wie so viele Menschen - eine Zwangspause. Wir haben versucht, über Videokonferenz miteinander in Kontakt zu bleiben. Ich stand allerdings am Anfang meiner Kenntnisse und wollte anfangs nicht mit zoom arbeiten. Am Ende dann doch. Ein "email-Tagebuch" half etwas über die Zeit hinweg. Wir waren aber alle froh, uns nach so langer Zeit wiederzusehen und an die intensiven Erfahrungen in Februar anzuknüpfen. Gerade im Februar hatten wir den vierten Teil als 6-tägige Intensivwoche und das hatte große positive Auswirkungen auf das Spiel der Einzelnen bewirkt und auch - ganz wichtig - auf den Zusammenhalt der Gruppe.

Gerade heute morgen habe ich die links abgebildete Kiste aufgemacht, die mir die Gruppe gestern (Sonntag) bei der Abschlußrunde schenkte. Innen drin haben alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein-zwei Vorher-Nachher-Bilder auf bunten Zetteln geklebt hingelegt. Darauf haben sie mit ihren Worten ihren Dank für die vergangene Zeit ausgedrückt, aber auch geschrieben, was sie erreicht haben und was Ihnen dabei geholfen hatte.

An erster Stelle sprachen sie von der Unterstützung der Gruppe, ganz besonders bei dem Auftritt, aber durchgängig während des gesamten Kurses. Nur durch einen Raum der Wertschätzung war es möglich, einen echten Spielraum zu schaffen, in dem sie sich trauen konnten, sich zu zeigen, sowohl ihre Spielfreude als auch die Momente des vermeintlichen Scheiterns, die sich meistens als Momentes des Nichtwissens herausstellten, in denen sich ihre kreative Kraft zeigte. Zwar haben alle Ihren Humor erweitern wollen, das Spielerische als Anstoß für ihre tägliches Tun zulassen. Manchmal aber trifft man gerade auf Hindernissen, die sie auch im Alltag kennen. Die rote Nase kehrt sie eben eher ans Licht, als sie zu verdecken. Auch wenn dies manchmal unbequem war, war es eine wunderbare Möglichkeit, aus dem eigenen Hindernis - genannt "Esel" - ihren Clown, ihren Narren, die eigene "Null" zu erleben.

Sie haben davon gesprochen wie von "Samen, Früchte, geheimnisvolle Momente" von "menschlich bereichenden Stunden", die Freude bereitet haben und die sie als persönlichen Gewinn ansehen. Mich hat es berührt, ihre Gesichter in den Fotos zu sehen, wie sie mich anschauten. Sie erinnerten mich an die "Meilensteine", die Rollen und Verhaltensmuster, denen sie sich mit Hilfe des Clownspiels nähern konnten, um darin Spielelemente zu entdecken. So lockerten sich eben diese teilweise "eingefleischten" Haltungen und Überzeugungen, indem sie sie "umarmten" (liebevolle verkörperten zu 100% und 360°, wie ein Clown das tut.) So mussten wir als Publikum darüber lachen und der Spieler oder Spieler musste nach und nach selbst lachen und den Witz darin erkennen. Aus einem Verhalten, zu dem sie sagten: "Ich bin halt so", wurde in einem großen Maße "Spielmaterial".

Dieser Prozess ist nun in Gang gesetzt und mag den eigenen Alltag immer mehr berühren, verändern, erfreuen. Ich freue mich natürlich immer über die Rückmeldungen. Sie erinnern mich an meinen eigenen Prozess und an die verschiedenen LehrerInnen, die mich gelehrt haben, wieviel eine Begleitung sowohl eine klare Struktur braucht zusammen mit der Fähigkeit, sich in die verschiedensten Menschen einzufühlen und darin die "gelöste "Null" zu erkennen. Dann wird alles Andere doch zum Spielmaterial.

Diese Begegnungen, Rückmeldungen und die lösende Wirkung des Spiels, erfreut mich seit Jahren immer wieder und ist Bestandteil meines Lebens. Und für manche wird es ein freudiges Widersehen geben, die noch weiter führt, ob ins Leben oder auf die Bühne.

In den letzten Tagen habe ich mich sehr gefreut: Andreas Neimcke vom Lohmarer Institut für Weiterbildung (LiW) bot mir ein Seminar auf Borkum an und bat mich um ein neues Thema. Das passte gut, weil ich gerade dabei war, das Thema "Stress im Alltag" und "Humorvoller Umgang mit sich" genauer zu gestalten.

Schon in Aschaffenburg (16.-18. September im Märchentheater) habe ich das Seminar: "Gelöst und ermutigt im Alltag. Das Feuer wieder wecken" konzipiert. Dort werde ich dieses Thema zum ersten Mal anbringen. Dann erweiterte ich bei der wirkstatt in Karlsruhe das geplante Tagesseminar: "Auf der Fährte des heilsamen Humors", so dass ein Wochenende zum Thema "Gelöst und ermutigt..." daraus entstanden ist. Jetzt gibt es dort drei Teile: Ein Erlebnisabend: "Humor und die Kraft des Lachens", ein Tagesseminar: "Vom Lebenswitz zur Lebenslust" und noch eins an dem Sonntag zum vorgesehenen Thema: "Auf der Fährte des heilsamen Humors". Der rote Faden bei allen Teilen ist die Verbindung von der Qualität des menschlichen Humors zu der Fähigkeit, sich zu lösen (18. - 20. Dezember wirkstatt, Karlsruhe).

Gerade in diesen Zeiten, in denen viele Menschen verzweifelt sind, weil sie sich von einem Virus heimgesucht fühlen, für das sie "nichts können", während andere meinen: "Mit ein paar Rezepten lässt sich alles lösen – eigentlich macht man zu viel Aufhebens um gar nichts", will ich noch mehr als sonst einen praktischen Beitrag leisten.

Diese Seminare sind für Menschen, die erkennen, dass Humor die zentrale Qualität des eigenen Umgangs bestimmt. Er mag oft schlicht daher kommen, ist aber schon etwas recht Komplexes. So können sie in diesem Seminar ein Modell des Umgangs erfahren und dabei wie sonst den Spaß am Spiel und am Clown genießen. Sie können erfahren, wie es sein könnte, sich zu lösen und die Frage stellen: Wovon denn eigentlich? Reicht es nicht, einfach zu lachen?

IMG 20190927 134503 KLDas „Immunsystem der Seele“ braucht es, sich zu lösen. Es braucht Freiraum, Spielraum, Beziehungsfähigkeit und Entscheidungskraft. Lösender Humor braucht diese „Zutaten“ und stärkt andersherum unsere seelische und mentale Gesundheit. Humor nützt uns sowohl beruflich als auch privat. Es ist eine grundsätzliche, positive Haltung dem Leben gegenüber, die auch in der Lage ist, das Unangenehme und Schwierige mit einzuschließen. Humor heißt, Freiraum in sich zu finden, die persönliche Kraftquelle zu finden, um durch den Lebenswitz die Lebenslust wieder zu mobilisieren. 
So stärken sich Teilnehmende die eigenen Stärken und entwickeln die eigene Form, die o.a. Aspekt in Ihr (Berufs-)Leben zu integrieren. Sie werden persönlich konkret einbezogen. Sie ent­wickeln praktische Schritte, um Ihr inneres Feuer wieder zu wecken, Ihre Resilienz zu stärken und mit Stress gelassener und mutiger umzugehen. Auf der Fährte des heilsamen Humors gehen Sie gelöst und ermutigt wieder in den (Berufs-)Alltag.

Ich freue mich ganz besonders auf das Angebot auf Borkum, weil wir schon durch die besondere Atmosphäre der Nordseeinsel und durch eine gewissen Abgeschiedenheit über 5 Tage die Gelegenheit haben, uns etwas eingehender mit dem Thema spielerisch zu beschäftigen. Wir können sowohl praktische, persönliche Ergebnisse mitnehmen als auch eine hilfreiche Erfahrung in einer geschützten Gesellschaft mit anderen machen. Beides lässt sich in den Alltag übertragen.

Das Seminar dort läuft als "Bildungsurlaub auf Borkum" unter dem Titel: Das Feuer wieder wecken! –Mit Humor gelöst und ermutigt im Berufsalltag. Humor als Ressource zur Resilienz und Stressreduktion (Seminarnummer 881020) vom 1. - 6. November 2020 (Sonntag, 19.30 Uhr - Freitag um ca. 13.00 Uhr). Preise: 695,- € (incl. Ü/VP); 795,- € (incl. Ü/VP) für Einrichtungen/Firmen; EZ-Zuschlag: 75,- € insgesamt
Die Villa Gerhards liegt in der Nähe des neuen Leuchtturms im Zentrum von Borkum Link: www.blinkfuer-borkum.de/accordion.html

Die Anmeldung ist beim Lohmarer Institut für Weiterbildung e.V., Donrather Str. 44, 53797 Lohmar. Tel.: 02246/302999-10; Fax.: 02246/302999-19 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / www.liw-ev.de 

Dienstag, 14 Juli 2020 16:06

Humor ist überall...

Und wieder war ich letztes Wochenende in Hannover. Ich übernachtete im Hotel "Schlafgut"... Nachdem ich Sonntag im Hotel meine Sachen eingepackt hatte, fing plötzlich ein „Höllenlärm“ an. Ich dachte zunächst, es sei ein Staubsauger, aber es hörte sich eher wie eine Motorsäge an, komplett mit dem Geräusch, das sie macht wenn man in regelmäßigen Umständen „auf die Tube“ drückt.

IIMG20200712161104 KLch kam einfach nicht drauf, was es sein könnte und das lärmende Geräusch fühlte mein Zimmer aus, war aber auch im Flur als ich zum Frühstück ging. Im Fahrstuhl auch und im Frühstücksraum. Es schien dort niemand zu stören. Es war nur eine Person dort und die Servicefrau.

Dennoch machte ich die Bedienung auf den Lärm aufmerksam. „Welchen Lärm meinen Sie?“ Ich war verblüfft. Nun dieser Lärm im ganzen Haus. „Ach so. Vielleicht kommt es vom Koffer“ bot sie hilfreich an. Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. „Da braucht man eher den Haustechniker. Vielleicht ist es die Heizung oder die Lüftung“ und tatsächlich, als ich mir die Lüftungsschacht näherte, schien er doch daher zu rühren. Sogar merkte ich die Vibration vom Boden, als ich meinen Koffer wegstellte.

Durch das ganze Frühstück ging der Lärm weiter. Es war kaum auszuhalten. Ein Ehepaar kam noch zum Frühstück und schienen sich nicht sonderlich daran zu stören. Sie merkten es wenigstens.

Ich aß zu Ende, sammelte meine Sachen und verabschiedete mich von der Servicefrau, die dann zur Rezeptionistin wurde. „Hoffentlich kommt der Haustechniker bald.“ Ich ging nach draußen. Der Lärm ging im Hof weiter. Gegenüber vom Hotel waren Werkräume. Jemand hat wohl eine Maschine laufen lassen. Und die Gebäude waren miteinander durch einen Übergang verbunden. Das war`s. Mensch!

Endlich war ich auf der Straße und neben mir schien das Auto auch zu brummen. Nicht nur im Haus – im ganzen Viertel. Schlimm! Ich näherte mich dem Auto. Das Auto war es auch nicht. Und dann dämmerte es mir: Ich ging mit dem Ohr vom Auto zu meinem Koffer. Das gibt`s doch nicht!

Ich machte den Koffer auf und der Lärm wurde noch deutlicher, dafür aber konzentrierter. Dann machte ich den Reißverschluss zu meiner
Kulturtasche auf und da…. brummte meine elektrische Zahnbürste vor sich hin. Immer wieder nahm sie Anlauf – alle 30 Sekunden.Ich machte sie aus. Endlich war in Hannover wieder Ruhe. Die Bedienung im Hotel hatte wohl recht gehabt. Es fiel mir zwar schwer, dies zu glauben.

Vielleicht war sie zu höflich, um
darauf zu bestehen. Sie hatte ja auf den Koffer hingewiesen. Ich denke, ich war so überzeugt, dass ich sie verunsicherte. Sie schien so verzweifelt zu sein wie ich und ging hin und her, hörte hier und dort, um nach der Quelle zu suchen. Den Haustechniker rief sie aber nicht an. Am Ende stellte sich heraus: Die einfachste Lösung für diese Störung, war wohl: Abwarten, bis der Gast von selbst ging.

Seite 1 von 3