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Dienstag, 26 Dezember 2023 11:58

„Herausforderung zwischen Komik und Ernst“

Das Jahr geht zu Ende. Das ist immer eine Gelegenheit zur Besinnung und zu einer Art Bestandsaufnahme. Am Ende bin ich auf jeden Fall froh, bis zum 3. Januar freizuhaben.

Das Feuer wieder wecken BU auf Borkum Dezember 2023 KLDie letzten Tage habe ich dazu genutzt, das ganze Programm 2024 ins Internet zu stellen und sonst abschließende Arbeiten zu erledigen. Ich genieße es, endlich wieder zu Hause zu sein, die Gedanken schweifen zu lassen und Klavier und Oboe zu üben. Das ist meine besondere Art, mich zu entspannen.

Wenn meine Gedanken schweifen, kreisen sie immer wieder um den Humor. Je mehr ich durch den Bildungsurlaub Menschen kennenlerne, für die das Spiel und insbesondere das Clownspiel und Humor nicht selbstverständlich zusammen gehören, treffe ich auf die unterschiedlichsten Erwartungen, was in einem Seminar zu diesem Thema geschieht. Oft sind manche überrascht, dass es auch darum geht, sich selbst einzubringen und nicht nur „unterrichtet“ zu werden. Im selben Seminar kann es passieren, dass es dem einen zu spielerisch wird und dem anderen zu theoretisch.

Ich empfinde es als gerade „lösend“ und erheiternd, wenn Komiker oder KomikerInnen sich nicht so wichtig nehmen. Denn dies empfinde ich als die geeignetste Position, die Welt und sich selbst zu sehen, nicht nur um darüber lachen zu können, sondern auch gerade um darin sinnvoll handeln zu können, ohne die Dinge zu vereinfachen. Das mindert mitnichten unsere Ernsthaftigkeit und Wirkung – im Gegenteil.

So hat es mich in diesem Jahr herausgefordert, im besonderen Maße Menschen zu begegnen, die sich eher eine Schlagfertigkeit wünschen, nämlich auf alltägliche Schläge (besonders im Beruf) witzig und treffsicher zu antworten. Das erinnert mich mehr an: „wie Du mir, so ich Dir“. Gleichzeitig wollen sie niemand „verletzen“. Sie wollen wirken (auf andere), ohne (selbst) die Folgen zu tragen. Manche wollen sich spielerisch „austoben“, ohne sich eine Blöße zu geben oder an etwas „festgemacht“ zu werden.

So freue ich mich, wenn jemand sich selbst auf der Bühne überraschen lässt oder wie neulich im Raum jemand bei einer „Esel-Übung“ plötzlich in Lachen ausbrach, als sie zum ersten Mal durch die Hilfe ihrer Mitspielerinnen ihre eigenen „Esel“ erlebte. Auf einmal wurden die Übungen zum Spiegel einer sonst innerlichen Realität für sie selbst real und nicht weiter „fiktiv“, wie sie sie bis dahin nannte.

Ich bin auch dankbar – besonders in diesem Jahr, dass durch die Auswirkung von „Covid“ besonders geprägt war, dass mir so viele treu geblieben sind und ihren Weg mit dem Clown und dem Humor gehen wollen. Danke auch für die positiven Rückmeldungen zum Newsletter – nach manchmal vielen Jahren des Lesens.

Mit meinen herzlichsten Wünschen für eine frohe Weihnacht und einen guten Start ins kommende Jahr und, wie immer - für einen humorvollen Alltag,
David Gilmore