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Montag, 25 Januar 2021 13:32

Verschoben auf den Sommer: Begegnungswoche "Wach auf und Lebe!"

Written by David Gilmore

Die Begegnungswoche "Wach auf und Lebe!", geplant vom 14.-20. Februar 2021 in Bad Herrenalb, wird verschoben auf den Sommer. Wann das wird, wird noch eruiert. Wir teilen den Termin an dieser Stelle und auf Facebook mit. Ein Überblick über all meine Veranstaltungen des Jahres sind hier zu sehen.


87032250 131174098426968 486358415812067328 oWorum geht es in dieser Begegnungswoche? Die Spielfreude des Clowns hilft, unseren inneren lebendigen Freiraum (wieder) zu entdecken, unser Leben und den Alltag neu zu beleben. In diesem Sinne kann Humor heilsam sein. Hier geht es darum, ausgerechnet in den Hindernissen, Teufelskreisen und in den Sackgassen des Lebens‘ den lösenden Lebenswitz und die Lebenslust zu finden. Damit stärken wir die Fähigkeit, den Zugang zu unserer Lebensfreude immer wieder herzustellen, uns und die Welt zu umarmen. Kosten: Ganze Woche € 520,– (€ 460,– Mitglieder) Die Seminare sind auch einzeln buchbar: Preis für einzelne Angebote: pro Tag € 120,– (€ 100,– Mitglieder). Unterbringung und Verpflegungskosten sind exklusive.Eine Unterbringung in der Evangelischen Akademie, Doblerstr. 51, 76332 Bad Herrenalb ist möglich. Sobald der Termin steht, bitte selber buchen oder sich beim Förderkreis-Büro melden. Siehe auch die Website www.foerder-kreis.de

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    Ich bin gerade dabei, an meinem Buch weiterzuarbeiten. Das ist - mit den online-Seminaren - das, was mich im Augenblick am meisten beschäftigt. Wie kann ich den Null-Zustand beschreiben?

    NullblumeStelle Dir vor, Du wärst wie diese Blume. Genährt vom Boden, von der Luft und der Sonne, einfach da sein. Wie fühlt sich das an? Die Welt der „Null“ ist die Welt des Freiraums, der Spiel- und Lebenslust, der unbedingten Offenheit und Neugierde. Sie ist keine „andere Welt“, sondern zentral in uns. Sie ist Ausdruck unserer eigentlichen Bedürfnisse, die nicht immer gelebt werden können und oft zugunsten gelernter Prägungen eingeschränkt, vernachlässigt oder gar gemieden werden, weil sie anscheinend die „normale“, die bekannte Sicht auf die Welt gefährden könnten. Unsere Sehsucht geht aber immer wieder nach dorthin. Man sucht immer wieder nach Lösungen, aber noch mehr nach Lebensfreude, Gelassenheit und danach, sich „gelöst“ zu fühlen. Das ist der Zustand einer „Null“. Ob Lebensfreude oder Wahrhaftigkeit: Es geht um ein Grundbedürfnis von uns allen – Freiraum und Spielraum. Einerseits brauchen wir beide, um uns wirklich unseres Lebens zu freuen, andererseits helfen uns Spiel und Witz wiederum, wieder lachen zu können, falls uns das Lachen vergangen ist. Ich spreche deswegen von »Null«, weil sie auf einen Zustand hinweist, in dem wir gelöst sind. In diesem Zustand sind wir, wenn wir lachen. Für einen Augenblick ist uns dann vieles nicht mehr wichtig, was wir sonst so ernst nehmen. Das ist für einen Clown und einen Narren der wahre Grundzustand des Menschen. Zu weiteren FAQ geht es hier lang

  • David Gilmore ist vom 8.-14. März in Köln – Erlebnisabend, Wochenend-Seminar und 5 Tage-Seminar

    In unserer Pressemitteilung ist zu lesen: David Gilmore bietet vom 12-14. März in den Räumen des Kölner LiW eine Wochenend-Fortbildung an für Menschen, die mehr Humor, mehr Leichtigkeit und Spielraum im Leben suchen. Dazu einen Erlebnisabend am 12. März und ein 5-Tage Seminar vom 8.-12. März. Teilnehmer bekommen in allen drei Formaten einen vertrauensvollen Freiraum, Unterstützung und Ermutigung, bei allem Ernst die Komik zu sehen.

    Wochenend-Fortbildung, Erlebnisabend

    DSC00954 a v1„Der Clown in uns - Humor und die Kraft des Lachens“
läuft vom 12.-14. März in Köln. Die Haltung des Narren bietet Gelegenheit, spielerisch mit dem täglichen Theater und seine Auswirkung auf die Gesundheit umzugehen und praktische Strategien für einen humorvollen Alltag zu entwickeln. 
David Gilmore lebt bei Freudenstadt. Zu seinen Seminaren, Workshops und Fortbildungen kommen Menschen, die mehr vom Leben suchen: Mehr Humor, mehr Leichtigkeit und Spielraum für Veränderungen. Ihnen fehlt meist ein vertrauensvoller Freiraum, wo sie sich unterstützt, gesehen und ermutigt fühlen, bei allem Ernst die Komik zu sehen. Clownspiel bietet einen Weg und die Werkzeuge, gelöst und gestärkt zu handeln, im Alltag wie auf der Bühne. Die Spielfreude des Clowns hilft unseren inneren lebendigen Freiraum (wieder) zu entdecken, unser Leben und den Alltag neu zu beleben.



    Hinweis Kölner Erlebnisabend: Am 12. März findet am Tag zuvor von 18:00-22:00 Uhr ein Erlebnisabend zum Kennenlernen in den selben Räumen statt. Motto: „Die Kraft des Lachens – Vom Lebenswitz zur Lebenslust.“ Der Erlebnisabend steht für sich und ist gleichzeitig auch der Einstieg in das Gesamt-Wochenend-Seminar„Der Clown in uns - Humor und die Kraft des Lachens“ vom 12. März 2021 18:00 bis 14. März 2021 14:00, ebenso LiW-Raum, Hansaring 4, 50670 Köln. Erlebnisabende sind für alle Menschen, die einen Abend lang Humor, Leichtigkeit und Spielraum erleben wollen und eine kurzweilige Einführung in die Kraft des Lachens bekommen wollen. In kürzester Zeit entsteht ein vertrauensvollen Freiraum, in dem alle zum freien Ausdruck, Spiel und Komik unterstützt und ermutigt werden. David Gilmore ist Autor des Buches
    "Humor und die Kraft des Lachens - So entdecken Sie den Clown in sich und finden zu mehr Lebensfreude!", erschienen bei Kösel.



    Darum geht es:
    • Wie stärke ich meine Lebensfreude im Alltag?
    • Der Körper spricht: Zum echten Gefühlsausdruck und zum Umgang mit gelernten Überzeugungen eine spielerischen Beziehung aufnehmen
    • Wie nehmen wir uns und die Welt wahr und wie reagieren wir darauf?
    • Sich mehr aus dem „täglichen Theater zu lösen und über sich lachen können.
    • Die eigenen Bedürfnisse und den „Esel“ besser wahrnehmen und beachten
    • Spielraum für den körperlichen und stimmlichen Ausdruck schaffen.
     

    Methoden:
    • Das Spiel des Clowns und die rote Nase
    • Übungen zur Stärkung der körperlichen, emotionalen, stimmlichen und sprachlichen Authentizität im Ausdruck
    • Impulsübungen und das Spiel aus dem Augenblick
    • Die Bühne als Spiegel des Alltags mit Regiehilfe
    • Gruppen- und Partnerspiel


    Zeiten, Kosten: 
Erlebnisabend am 12. März 18:00-220:00 Uhr, 35 Euro
    Seminar Samstag, 13. März 2021, 9.30-18 Uhr bis Sonntag, 14. März 2021, 9.30-14 Uhr, 220 Euro
(Frühbucher bis zum 15. Februar 2021
    € 195,-)


    Ort: Köln, Hansaring 4 LiW-Raum


    5 Tage Fortbildung:

    DSC00932 a David v1„Humor ist mein Ernst: Gelöst lösen im Beruf“  Auch in Köln in den Räumen des LiW bietet David Gilmore eine Fortbildung an für Menschen, zu deren Arbeit ein näherer und authentischer Kontakt zum Menschen gehört. In einer 5-tägigen Fortbildungen vom 8.-12. März 21 kann man eigene Stärken in der Kommunikation herausarbeiten und seine Fähigkeiten im Spiel weiterentwickeln. David Gilmore vermittelt mit spielerischen Mitteln den Humor, den wir im (beruflichen) Alltag brauchen. Die Fortbildung ist als Bildungsurlaub förderfähig.

David Gilmore lebt bei Freudenstadt. Zu seinen Seminaren, Workshops und Fortbildungen kommen Menschen, die mehr vom Leben suchen: Mehr Humor, mehr Leichtigkeit und Spielraum für Veränderungen. Ihnen fehlt meist ein vertrauensvoller Freiraum, wo sie sich unterstützt, gesehen und ermutigt fühlen, bei allem Ernst die Komik zu sehen. Wer möchte in seinem beruflichen Alltag nicht gern auch dann locker und flexibel sein, wenn es schwierig wird, wenn der Adrenalinpegel steigt und wenn der „innere Autopilot“ meint, nur noch zwischen "Kampf“, „Flucht“ oder „Totstellen“ wählen zu können? Nicht immer ist es so dramatisch – die Muster bleiben jedoch die gleichen: „Stress macht dümmer. Sind wir locker, sind wir schlauer und können, was wir können: Wir haben unser Handwerkszeug zur Verfügung. Im pädagogischen Alltag kommen Sie schnell in schwierige, fordernde Situationen, die „das Blut in Wallung bringen“ - so David Gilmore. Das seien Situationen, die einen fordern und manchmal auch überfordern.

    Welche Fähigkeiten braucht es? Über welche verfügen Sie schon? Was macht überhaupt eine Situation schwierig? Das Begleiten und die Begegnung von Menschen im Beruf und im Alltag sind geprägt von Beziehung. Und Beziehung erfordert „echte Begegnung“. Echt wird die Begegnung, wenn wir uns der Situation und dem Andern mit dem, was da ist, ehrlich und authentisch stellen ohne Angst, das „Gesicht zu verlieren“. Das erfordere manchmal einen „Narrensprung“, so Gilmore.

    In dieser Fortbildungswoche hat jeder die Möglichkeit, seine Stärken zu heben und zu festigen und die angelegten kommunikativen Fähigkeiten spielerisch weiterzuentwickeln. Die Teilnehmer werden persönlich konkret einbezogen. Sie entwickeln praktische Schritte, um neue Kompetenzen in Ihren persönlichen und beruflichen Alltag zu bringen.

    Ziel: Sie lernen einen erfrischend spielerischen und humorvollen Umgang mit dem „Theater Ihres beruflichen Alltags“ kennen und finden einen leichten Zugang zum bewussten und wirksamen Körperausdruck. Sie lernen Ihre „Null“ kennen, den Mittelpunkt Ihres Spielraums und dessen lustvolle und lösende Komik. Und Sie nutzen die Erweiterung Ihres Repertoires für Situationen, die Sie bislang als „stressend“ und „beengend“ erlebt haben: Im Spiel entdecken sie Ressourcen, die konkret Ihr Handeln im beruflichen Alltag unterstützen.

    Verlauf und Inhalte:
    • Dynamik des Humors und Unterschied zwischen aggressivem und heilsamem Humor
    • Verständnis des Menschen in Bezug auf Humor und dessen Wirkung
    • Wann ist es klug, forsch zu sein, wann nicht? Die eigene Intention klären und die eigene Position richtig einschätzen
    • Sprache des Körpers und die Wirkung der Stimme
    • Dinge frisch und frech auf den Kopf stellen, um dann wahrhaftig und grundsätzlich zu handeln
    • sich treu bleiben
    • Mitschwingen, Reagieren oder „es sein lassen“? – Umgang mit der Dynamik
    des „Esels“
    • Auflösen des „stabilen Scheiterns“ – Umgang mit Teufelskreisen

    Hinweis noch einmal zum Kölner Erlebnisabend zum Weiterempfehlen: Am 12. März findet von 18:00-22:00 Uhr ein Erlebnisabend in den selben Räumen statt. Motto: „Die Kraft des Lachens – Vom Lebenswitz zur Lebenslust.“ Der Erlebnisabend steht für sich und ist gleichzeitig der Einstieg in das Gesamt-Wochenend-Seminar „Der Clown in uns - Humor und die Kraft des Lachens“ vom 12. März 2021 18:00 - 14. März 2021 14:00, ebenso LiW-Raum, Hansaring 4, 50670 Köln. Mehr dazu auf www.davidgilmore.com. Erlebnisabende sind für alle Menschen, die einen Abend lang Humor, Leichtigkeit und Spielraum erleben wollen und eine kurzweilige Einführung in die Kraft des Lachens bekommen wollen. In kürzester Zeit entsteht ein vertrauensvollen Freiraum, in dem alle zum freien Ausdruck, Spiel und Komik unterstützt und ermutigt werden.

    Daten:
Fortbildung vom 8. März 2021 13:30 - 12. März 2021 13:15
    395 Euro

    Erlebnisabend am 12. März 18:00-220:00 Uhr
    35 Euro

    Köln LIW-Raum, Hansaring 4

  • Gelesen: "Clown David Gilmore zaubert Lebenslust in Krisenzeiten"

    Ein junger Redakteur des Schwarzwälder Boten, Jonas Huber, hat mich zur Arbeit mit meinen Teilnehmern in Corona-Zeiten und zum Thema Humor interviewt. Unter dem Bild lesen wir: "Im Sommer 2019 konnte Gilmore noch mit seiner Jahresgruppe auf dem Freudenstädter Marktplatz unter freiem Himmel spielen – jetzt steigt er auf den digitalen Raum um" hier das Interview:


    "LoßburIMG 9061g. David Gilmore wurde 1949 in Ostlondon als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er arbeitete von 1983 bis 1999 als „Clown und Narr“ in der Psychiatrie in Freudenstadt. Er wohnt mittlerweile in Loßburg. Als Clown, Regisseur, Buchautor, Theaterpädagoge und Theatertherapeut ist er seitdem im ganzen deutschsprachigen Raum mit Humor unterwegs und hält heute eine Bandbreite von Seminaren ab – vom Clownspiel und Regie bis Visionsseminare und Coachings."

     

    Was ist für Sie ein Clown und was ein Narr und worin liegt dabei der Unterschied?

     

    Ein Clown ist jemand, für den oder für die Lebensfreude, Lebendigkeit und Spiel höchste Priorität haben. Er fühlt sich wohl, wenn Menschen miteinander lachen, einander wertschätzen und sowohl die eigene Komik als auch das Komische im Leben sehen. Für einen Narren ist all das auch wichtig, nur zeichnet ihn die Liebe zur Wahrhaftigkeit aus. Er fühlt sich wohl, wenn Menschen stimmig sind. Deswegen fällt es ihm besonders auf, wenn dies nicht der Fall ist, wenn Menschen das eine sagen und das andere tun. Bei ihm ist oft die Frage: Wer lacht hier überhaupt?

     

    Auf Ihrer Webseite sprechen Sie die sogenannte »Nullfähigkeit« an. Was bedeutet das, können Sie das in eigenen Worten erklären

     

    Damit ist umschrieben, was mit »Null« gemeint ist. Ob Lebensfreude oder Wahrhaftigkeit: Es geht um ein Grundbedürfnis von uns allen – Freiraum und Spielraum. Einerseits brauchen wir beide, um uns wirklich unseres Lebens zu freuen, andererseits helfen uns Spiel und Witz wiederum, wieder lachen zu können, falls uns das Lachen vergangen ist. Ich spreche deswegen von »Null«, weil sie auf einen Zustand hinweist, in dem wir gelöst sind. In diesem Zustand sind wir, wenn wir lachen. Für einen Augenblick ist uns dann vieles nicht mehr wichtig, was wir sonst so ernst nehmen. Das ist für einen Clown und einen Narren der wahre Grundzustand des Menschen.

     

    Wie kamen Sie persönlich zum Clown-Dasein und wo haben Sie gelernt, was Sie können?

     

    Einmal habe ich das, was ich gerade beschrieben habe, selbst gebraucht. Als Kind habe ich früh aus eigener Not danach gesucht, wie ich mich dauerhaft freuen kann und mich lösen kann. In dem Zusammenhang steht mein »Narrensprung« 1972 nach Deutschland (Westberlin), um meinen Humor zu finden. Danach gab es weitere »Sprünge«, nach Tübingen, nach San Francisco, nach Freudenstadt und jedes Mal ging es um weitere »Lernsprünge«, sowohl für mich persönlich als auch um das Handwerk des Clownspiels und der Improvisation zu erlernen. Gerade in San Francisco konnte ich die ersten Kurse in dieser Richtung, die ich in Deutschland schon absolviert hatte, vertiefen. Ich konnte auch meine persönliche Entwicklung dort weiter fortsetzen: Den Kontakt zur Radikale-Psychiatrie-Bewegung unter Dr. med. Claude Steiner, dessen Vertreter ich in Berlin schon bei einem Workshop im Kommunikationszentrum Friedenau (»Kommrum« – dort war ich 1978 Mitbegründer) kennen und schätzen gelernt hatte. Ich habe 1983 Johannes Galli als Clown in Tübingen kennen gelernt und blieb bis 1987 bei ihm. Seit 1983 und auch schon davor habe ich persönliche Entwicklung und Therapie immer mit kreativen Fähigkeiten verbunden, mit der Betonung auf Humor und Komik?

     

    Haben Sie einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Vorgehensweise?

     

    Sicherlich hat sich mein Stil aus der Verbindung von Clowntechniken, Tanztheater und der Haltung des Narren sowie von Erkenntnissen und Werkzeugen aus der systemischen Gestalt- und Körpertherapie entwickelt. Ich habe sowohl auf der Bühne mit eigenen Stücken gestanden als auch Menschen in ihrer spielerischen Entwicklung begleitet. Heute liegt die Betonung bei mir eher darauf. Mein Stil bleibt nach wie vor immer erlebnis- und prozessorientiert. Gleichzeitig vermittle ich Handwerkzeug. Darauf basieren die Ergebnisse, die sich sowohl in Auftritten als auch in persönlichen Lebensschritten münden.

     

    Was ist Ihr persönliches Ziel als Clown?

     

    Zu mir kommen Menschen, die mehr vom Leben suchen: Mehr Humor, mehr Leichtigkeit und Spielraum für Veränderungen. Wem ein vertrauensvoller Freiraum fehlt, wo jemand sich unterstützt ermutigt fühlt, bei allem Ernst die Komik zu sehen, biete ich im Clownspiel einen Weg, gelöst und gestärkt zu handeln, im Alltag wie auf der Bühne.

     

    Wie schätzen Sie die Bedeutung von Humor im Alltag ein?

     

    Sie können sich vorstellen, dass es gerade mir bei meiner Geschichte und Lebensweg wichtig ist, dass die Lehren und Fähigkeiten, ein Clown zu sein, für den Alltag entscheidend sind. Wir brauchen den inneren Freiraum, um unseren äußeren Raum entsprechend zu gestalten.

     

    Können Sie als Clown Alltagsproblemen immer mit Humor begegnen?

     

    Viele Menschen versuchen, Problemen des Alltags mit ihrer Form des Humors zu begegnen, möglicherweise alle. Welche Form des Humors worüber sie lachen und was sie wie komisch finden, unterscheidet sich enorm. Es gibt nicht nur eine Form des Humors. Es gibt zwar nichts, was an sich komisch ist, aber auch nichts, worüber man nicht lachen könnte. Unser Umgang mit uns, mit anderen und mit den sonstigen Umständen des Lebens hängt auch davon ab, was wir ernst nehmen und auch wie ernst wir etwas nehmen. Es ist entscheidend, uns sowohl ernst zu nehmen als auch uns nicht ernst zu nehmen. Es ist wichtig, andere ernst zu nehmen und gleichzeitig zu merken, womit manche ernsthaft einer Täuschung erliegen. Wie wir sowohl Ernst als auch Komik definieren, bestimmt unsere Art von Humor. Grundsätzlich gilt für mich, dem Leben verpflichtet zu sein, wie Albert Schweizer es mal ausdrückte. So geht es mir in erster Linie um einen Humor, der uns löst und Spielraum schafft, – nicht um Zynismus, Sarkasmus oder auch Ironie, wenn sie unsere Sichtweise und unseren Spielraum einengen – auch wenn es manchmal Spaß macht und manchmal angezeigt ist, das Leben so zu betrachten.

     

    Wie sieht Ihre Arbeit in Corona-Zeiten aus? Wenn Sie mit Online-Seminaren arbeiten: Was unterscheidet die Arbeit online von der in Präsenz-Seminaren?

     

    Corona hat mich, wie viele andere, auf die Probe gestellt – ich durfte ja keine PräsenzSeminare geben. Ich musste den Kontakt zu meinen Jahresgruppen aufrecht erhalten, sodass die Teilnehmer nicht verzweifeln. Ich fing an, endlich das zu machen, was ich lange vorhatte: Einen Youtube-Kanal einzurichten, wo Interviews und Informationen von mir stehen, um aufzutreten und Auftritte und Lehreinheiten weiter entwickeln kann, wodurch ich doch mehr Freiraum habe. Ich fing an, ein Studio bei mir zu Hause aufzubauen, die Technik zu beschaffen und zu lernen, damit umzugehen. Im Dezember habe ich meine neue Jahresgruppe online abgehalten und ausgefallene Seminare online veranstaltet. Ich lerne, wie diese genauso erlebnis- und prozessorientiert sein können, wie meine Seminare sonst verlaufen.

     

    Wie hat sich die Nachfrage nach Ihren Angeboten in Corona-Zeiten verändert?

     

    Gerade im Sommer hatte ich 30 Anmeldungen für das Clowncamp am Wusterwitzer See in Brandenburg. Zu dem Zeitpunkt habe ich Kurse noch mit Maske durchführen dürfen. Wir waren auch bei dem schönen Wetter fast nur draußen und konnten die Abstandsregeln gut einhalten. Alle haben ein großes Bedürfnis danach, zusammen zu sein und zusammen zu spielen und erleben. Das würden wir alle vorziehen. Was online-Kurse betrifft: Viele Menschen haben noch vor der Technik Angst. Sie bezweifeln oft auch, ob ein Online-Angebot überhaupt Spaß machen kann bzw. was bringt, wenn die Teilnehmer*innen nicht „wirklich“ zusammen sind.  Kürzlich habe ich über die Clownschule in Hannover (TUT) eins meiner Seminare: »Creative Vision – Das Ziel ist im Weg« übers Internet angeboten. Es waren erst acht Anmeldungen da, viel weniger als sonst für dieses Seminar. Drei Tage bevor Niedersachsen Präsenz-Seminare untersagte, schlug ich vor, das Seminar online anzubieten. Daraufhin sagten fünf Teilnehmer ab. In den folgenden Tagen meldeten sich aber insgesamt sieben Leute an. Und im letzten Moment auch noch jemand  Es waren am Ende doch elf Teilnehmer*innen insgesamt. Das Seminar lief prächtig, auch das Zusammenspiel.

     

    Wie wichtig sind Lachen und Humor in Zeiten wie diesen und warum können Clowns gerade jetzt besonders gebraucht werden? 

     

    Es hilft immer, wenn wir lachen können. Niemand braucht mehr daran zu zweifeln, dass Lachen gesund ist. Das wusste man eigentlich vor den wissenschaftlichen Untersuchungen auch schon. Corona bietet noch eine Herausforderung mehr: Wie wir mit uns und anderen Menschen umgehen und wie wir verantwortungsvoll handeln, auch wenn wir die Schnauze voll haben oder verzweifelt sind. Schon vorher stand die Frage im Raum, wie mit Frust, Ärger und Angst umgehen und wie  Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Clownspiel fördert eine hohe Selbstwahrnehmung wie auch eine Verantwortung für die eigenen Gefühle und setzt sie spielerisch um. Ein Clown weiß nicht vorher, was aus seinem Spiel wird. Wenn er von einer Grundannahme oder von Konzepten ausgeht, hört der Spaß ziemlich schnell auf. Er vertraut darauf, dass er lebendig und froh bleibt, wenn er das Leben und alle Umstände umarmt, anstatt in allem, was er nicht mag, einen Gegner zu sehen, den er bekämpfen muss. Ein Clown vertraut auf die Lebenslust und auf den Lebenswitz"

     

    Die Fragen stellte Jonas Huber. Im Original nach Registrierung im Schwarzwälder Boten zu lesen.

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