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Freitag, 25 Juni 2021 10:03

Teilehmer*innen-Frage: „Wozu haben Clowns die rote Nase auf? Macht es sie gleich lustiger oder erkennt man Clowns einfach daran?“

Written by David Gilmore

Eine gute Frage, meine Antwort darauf: Die rote Nase hat tatsächlich für viele eine erheiternde Wirkung. Wenn alle eine rote Nase tragen, merken wir eher, was uns miteinander verbindet, als das was uns trennt. Dadurch fühlen wir uns einander näher und gelöster.

Clowncamp 2015 055 KL v1Eine rote Nase anzuziehen hat für mich auch die Wirkung, bewusst in die Welt des Spiels einzutreten, entweder für sich alleine oder mit anderen in einer Gruppe. Diese Welt ist die Welt, die ich als „Null“ bezeichne. Sie unterscheidet sich von der alltäglichen Welt der „Prägung“ - von der Welt, die wir angenommen haben, dass sie so ist, wie sie ist. Die spielerische Welt der „Null“ ist völlig offen und erlaubt uns, uns auf andere Weise kennen zu lernen als sonst. Die rote Nase anzuziehen, macht diese Welt praktisch erlebbar. Ich kann sie anziehen. Ich kann sie auch ausziehen. Ich wähle die rote Nase, weil sie ein Symbol ist für die Tradition des Clowns und von daher für die Heiterkeit und das Lachen steht. Sie verändert auch tatsächlich das Gesicht und das Aussehen. Die rote Nase dient also dazu, die Ebenen zu wechseln. Mit der roten Nase bin ich in der Welt des Clowns, des Spiels, der Neugierde. In der Welt des „Jetzt“.

Die Nase allein bewirkt diese Änderung noch nicht – ich muss es auch wollen, die beiden Welten der „Null“ und der „Prägung“ und ihre Beziehung zueinander kennen zu lernen. Ein Narr ist in der Lage durch seine „Narrensprünge“ von der einen „Welt“ zur Anderen zu springen. Man braucht die rote Nase auch nicht unbedingt aufzuziehen. Man kann sie auch in der Hosentasche behalten. Allein, sie zu haben, kann mich an sie und die „Null“ erinnern und mir Raum geben und einen anderen Blickwinkel verschaffen, wenn ich mich zu sehr in der Welt der „ernsthaften Realität“ verloren habe. Ich lasse meine Teilnehmer die rote Nase gern anziehen und sich gegenseitig anschauen, ohne den „Clown“ spielen zu müssen. Um die Wirkung zu spüren von „mit“ und „ohne“. Ich weise auch darauf hin, mit der Nase mehr durch den Mund zu atmen, um sich mehr mit dem eigenen Gefühl und dem Ausdruck zu verbinden. Meine nächsten Seminare.

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