Am Ende der gerade stattgefundenen Fortbildung: „Humor ist mein Ernst“ in der Akademie Via Nova, Itzehoe wurde es manchen klar, wie der „Esel“, wie ich ihn (liebevoll) nenne, sich im Alltag zeigt. Ich lerne immer mehr über ihn und er bleibt aktueller denn je.
Beispiele bei dieser Fortbildung: Es kann sich um MitarbeiterInnen handeln, die von den sinnvollen und wertvollen Veränderungen der Abteilungsleiterin nichts halten. Sie wollen partout nicht zu den auch für sie gedachten Angeboten kommen, gerade weil es die Leitung ist, die die Angebote für so sinn- und wertvoll hält. Ein anderer Teilnehmer realisiert, dass er sich allzu gerne selbst zum „Esel“ machen lässt. Er reagiere gerne auf den Widerstand „seiner“ widersträubenden Jugendlichen emotional, anstatt die Regeln des gestatteten Freiraums den widerspenstigen Jugendlichen als Vorbild klar zu machen. Eine Teilnehmerin merkt, dass sie sehr gerne ihrer Familie den Entscheidungsraum nimmt, weil sie selbst schnell zu „Ergebnissen“ kommen will. Sie sah ein, dass dies auch ein „Esel“ sein könnte, der den anderen keinen Raum lässt und gar seinerseits einen Widerstand erzeugt.
Sinnvoller ist es, wenn wir den Raum für einen Dialog schaffen, indem wir Wege finden, zu erfragen, was „die guten Gründe“ für seinen Widerstand, sein Misstrauen oder seine Unlust sein könnten. Dann erfahren wir vielleicht, was er braucht und wozu er bereit wäre. „Esel“ sind auch nicht nur „die anderen“. Oft sind die Gründe so real und gravierend, dass wir „Esel“ wären, sie nicht sehen oder hören zu wollen. Was ist wirklich und wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Ich freue mich also sehr über Rückmeldungen wie vom gerade verlaufenen Spielertraining, die besonders hervorheben, wie schnell ein Raum des Vertrauens, auch unter Fremden, entstehen kann. Das erlaubt Teilnehmenden wiederum, sich immer mehr zu zeigen – darunter auch mit dem eigenen „Esel“. Den Esel anzuschauen versetzt uns in die Lage versetzt, die Magie des Clownspiels zuzulassen, die u.a. darin besteht gerade keine „Rolle“ zu spielen.
Worauf es wohl ankommt: „ Offenheit, Interesse am Neuen und Unbekannten, Freude am Widerspruch, der Mut, in den eigenen Spiegel zu schauen…. Regie ohne Anweisung, inspirierendes Führen, achtsames Anleiten, Ermutigung und Unterstützung, den eigenen Weg zu finden.“ (Zitat eines Teilnehmers).
Ein möglicher Untertitel zum Bild: Ein spielerischer Esel in seiner natürlichen Umgebung.
- Geschrieben von: David Gilmore


Da habe ich schon etwa 100 Seiten vom geplanten Buch: Vorläufiger Titel - „Das Ziel ist im Weg“ geschrieben und dachte: Ich hätte das Thema: Humor sehr eingehend "behandelt" und "beschrieben". Es war mir auch klar, dass ich dies mit vielen Beispielen begleite. Die Rückmeldung des Verlags traf mich doch: Was ich bisher geschrieben hätte, sei ihm dem ersten Buch zu ähnlich. Die Rückmeldung machte mir aber deutlich, eben nicht von der unmittelbaren Erfahrung weder von mir noch von meinen TeilnehmerInnen ausgegangen zu sein. Auf der einen Seite wollte ich zeigen, dass Humor und Komik seine "Regeln und Gesetzmäßigkeiten" haben. Dafür hatte ich andererseits das Grundbedürfnis, wozu wir Humor brauchen, weggelassen. Ich wollte nicht zu "persönlich" werden und Leute mit meiner "Geschichte" langweilen oder sie mit eigenen Dramen "herunterziehen".
Diesmal ist die Grundlage das Märchen "Frau Holle". Dieses Märchen habe ich 1995 mit meinem Kindertheater "Picobello" inszeniert. Wir werden noch sehen, ob meine Vorlage für diese Produktion hilfreich ist. Ich hatte damals das Stück für fünf Spielerinnen inszeniert. Silke arbeitet seit längerer Zeit mit Ute Münch, einer professionellen Klarinettistin, zusammen. Auch hier müssen wir schauen, wie wir das Stück - auf die beiden abgestimmt - inszenieren. Dazu kommt, dass das Stück für draußen konzipiert werden soll, nicht zuletzt damit es auch in Zeiten der Epidemie unter Einhaltung aller Hygienebestimmungen vor Kindern aufgeführt werden kann.
"Menschwerden durch Humor“, so lautet auch hier das Motto dieses Camps nah am Nordsee-Strand. Es geht darum, das Spiel des Clowns im Spiegel des Narren und die Umsetzung eigener Wünsche und die Wirkung eines offenen Raumes in der Gemeinschaft von Erwachsenen mit und ohne Kinder zu erleben. Das Clown-Camp ist eine Einladung, sich in der Kultur des Herzens, des Humors und des Spielens zu üben. Diese Sommerwoche wendet sich an Menschen mit und ohne Spielerfahrung, die sich dafür interessieren, den Clown im Alltag zu (er-)leben, Kinder und Jugendliche sind willkommen. David Gilmore und Team sorgen für zusätzliche Ideen und professionelle Kinderbetreuung.